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Verstand und Anstand
Der Bündner Grosse Rat hat mit 96 zu 15 Stimmen einen Vorstoss abgelehnt, gemäss dem im kantonalen Gesundheitsgesetz der Schutz vor dem Passivrauchen in Gaststätten aufgeweicht worden wäre. Solche Vorstösse sind nicht erstaunlich, wenn sie aus irgendwelchen schattigen Ecken stammen, in denen die Erhellung wohl nie ankommen wird. Dieser Vorstoss aber ist von einer Mehrheit der Kommission für Gesundheit und Soziales – Sie lesen richtig – getragen worden, er ist eingereicht worden von einer Freisinnigen – also aus einer Partei, die nicht als besonders randständig bekannt ist –, und eine der Aufweicherinnen in der Gesundheitskommission ist Vorstandsmitglied der Krebsliga – Sie lesen wieder richtig – des Kantons Graubünden.

Meinungsfreiheit ist ein heiliges Gut. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man Anstand und Verstand ausschalten darf. Das gilt ganz besonders für Volksvertreter. Die beiden Damen haben mit ihren Argumenten zum einen wenig Sachverstand gezeigt und zum anderen wenig politischen Anstand: Die immer mal wieder zitierte „Eigenverantwortung“ ist kein gültiges Argument, wenn es um die Schädigung Dritter geht. So appelliert man mit Sachverstand nicht an die Eigenverantwortung des Betrunkenen und schafft die Promillegrenze im Strassenverkehr ab. Arrogant und damit politisch nicht anständig ist es zu behaupten, man könne seinen Arbeitsplatz ja wählen und müsse nicht in Raucherlokalen einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Schön für die, die die Wahl haben. Aber die Wahl haben nicht alle, und die, die Wahl nicht haben – es gibt derer in der Gastroindustrie besonders viele –, haben den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz besonders nötig. Das würde man erkennen, sässe man nicht abgehoben und weit weg von der Bevölkerung in einem Elfenbeintürmchen. Ebenfalls ins Kapitel des politischen Anstandes gehört es, als Volksvertreterin einen Volksentscheid, der mit 75 Prozent Ja-Stimmen zustandegekommen ist, umkippen zu wollen.

Nun, die Abstimmung im Grossen Rat des Kantons Graubünden ist gut ausgegangen, und wie die Krebsliga ihrem Vorstandsitglied die Leviten lesen wird, werden wir nicht erfahren. Manchmal sind solche Vorfälle auch ganz gut: Sie regen an, über die wirklichen Beweggründe, die Hintergründe gewisser Personen nachzudenken, und sie legen offen, wie glaubwürdig Personen und Institutionen sind.

Die Krebsliga und die Eigenverantwortung
Der Präsident der Bündner Krebsliga - ein Arzt, der sich das sorgfältige Beobachten und genaue Denken gewohnt sein sollte - hat verbreitet, sein Vorstandsmitglied Grossrätin Holzinger habe für die Aufweichung des Passivraucherschutzes gestimmt, weil es „Einverantwortung und persönliche Entscheidungsfreiheit eines jeden Menschen höher gewichtet als den staatlichen Druck auf Raucher und ihr Verhalten“. Interessant. Wir werden Sie, sobald wir mehr wissen, an dieser Stelle informieren, wie ein Arzt und Krebsligapräsident es anstellen will, mit der „Eigenverantwortung und persönlichen Entscheidungsfreiheit“ eines Verursachers einen (potenziell) Geschädigten zu schützen. Wir sind ausserdem gespannt darauf, ob demnächst mit dem Argument der „Eigenverantwortung und persönlichen Entscheidungsfreiheit“ die Abschaffung der Promillegrenzen im Strassenverkehr gefordert wird.

Mehr als sechs Jahre rauchfrei!
Seit dem 1. Mai 2010 gilt in der ganzen Schweiz das neue Bundesgesetz für den Schutz vor dem Passivrauchen. In einigen Kantonen gelten sogar noch deutlichere Regeln.

Grundsätzlich gilt: Arbeitsplätze, an denen mehr als eine Person arbeitet - auch zeitweise - und öffentlich zugängliche geschlossene Räume - damit auch die Gastroindustrie - müssen ab diesem Datum rauchfrei sein.

pro aere hat den politischen Prozess in Gang gesetzt, der zu diesem grossen Erfolg für die Bevölkerung und die Wirtschaft geführt hat - Sie als Arbeitnehmer und Konsument haben es in der Hand, ob das Gesetz im Alltag durchgesetzt wird. Stehen Sie ein für Ihre Gesundheit und für Ihre Rechte, und verlangen Sie bei Bedarf mit Hilfe der Behörden, dass das Gesetz beachtet wird.

In der Regel wird das neue Gesetz zum Schutz vor dem Passivrauchen gut befolgt. Weil aber von verschiedenen Seiten angekündigt worden ist, man werde sich nicht ans Gesetz halten, erhalten Sie hier praktische Anleitungen und Musterbriefe zum Download für den Fall, dass Sie auf Uneinsichige stossen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch in Zukunft für eine persönliche Beratung zur Verfügung.

Das Gejammer einer maroden Industrie
30 000 Beizen aller Art gibt es in der Schweiz. Der Präsident des Wirtevereines, ein Berner Wirt, meint, es seien 10 000 zuviel. Ein armer Durchschnittsbeizer muss sich also von seinem Vereinsboss sagen lassen, er sei mit 33-prozentiger Wahrscheinlichkeit überflüssig. Noch spannender für die Allgemeinheit ist Folgendes: Die Wirtevereinsoberen jammern, der Passivraucherschutz schade ihrer Industrie. Man habe Zahlen dazu.

Aha. Der Wirteverein hat also wieder einmal Zahlen, die den wirtschaftlichen Schaden des Passivraucherschutzes beweisen, wie er meint. Wo hat er die? Und welche hat er? Und wer hat sie erhoben? Und was sagen sie? Interessanterweise nämlich bekommt man 'die Zahlen' nie zu sehen. Und ebenso interessanterweise gibt es kein einziges Land auf unserer schönen Erde, in dem der Passivraucherschutz - von den Beizervereinen grimmig und verkniffen 'Rauchverbot' genannt - der Gastroindustrie geschadet hat. Ist die Schweiz vielleicht schon wieder ein Sonderfall? Und wenn es so wäre: Was hat der Herr Wirtevereinspräsident gesagt? Es gebe viel zu viele Beizen? Warum ist er denn nicht froh, dass sie endlich eingehen...?

Vor nicht allzulanger Zeit hat sich der Wirteverein von der Zigarettenindustrie seine Kampagnen bezahlen lassen. Damit hat er seine Glaubwürdigkeit nachhaltig kaputt gemacht. Jetzt setzt er noch noch eins obendrauf mit seinen leeren Behauptungen, er habe Zahlen über den wirtschaftlichen Schaden des Passivraucherschutzes.

Das Gejammer und trötzelnde Gestampfe der Wirtevereine ist so lästig wie die neuesten Berichte eines kantonalen Lebensmittelinspektors über widerliche Zustände in Restaurantküchen Ekel erregend sind. Vielleicht wendet sich das Kader der Beizervereine - bitte! - endlich mal den wirklich wichtigen Aufgaben zu: Wir haben dafür gesorgt, dass die Lufthygiene in den Beizen in Ordnung kommt – es soll nun dafür sorgen, dass auch der Dreck aus den Küchen verschwindet.


 


 

Wer wir sind
pro aere ist die grösste schweizerische Institution für Passivraucherschutz und für Tabakprävention bei Jugendlichen. pro aere, gegründet 1977 als Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Nichtrauchen SAN, ist gemeinnützig sowie konfessionell und politisch unabhängig.

Mehr wissen!
Informationen über Tabakindustrie, Tabakpolitik, Passivrauchen, gesetzliche Vorschriften, wirtschaftliche Erwägungen und mehr für Betroffene, Medien, Politiker, Behörden, Schulen, Eltern, Unternehmen:
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Hilfe für Passivrauch-Geschädigte
Gönner der pro aere haben Anrecht auf eine kostenlose Erstberatung, zum Beispiel zu Fragen des Passivrauchens am Arbeitsplatz.

Achtung: Fehlinformationen!
Achtung: Politiker und Medien sind in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Fehlinformationen der Tabakindustrie gewesen (fingierte «wissenschaftliche» Studien, unvollständiges Zahlenmaterial, Falschaussagen zur rauchfreien Gastronomie usw.). Neuerdings setzt die Tabakindustrie auch «unverdächtige» Verbände für sich ein. Fragen Sie uns, wenn Sie Informationen zum Tabak erhalten!
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Rauchstopp
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LungenZentrum Hirslanden
Das LungenZentrum Hirslanden bietet Spitzenmedizin für Patienten (allgemein, halbprivat und privat versichert) mit Beschwerden an Lunge und Atemwegen.


 

Jürg Hurter


«Wer weiss, was er tut, wer die Folgen selbst trägt und niemanden belästigt, soll rauchen dürfen. Das gehört sich so in einer freien Gesellschaft. Ebenso gehört es sich, dass die Bevölkerung nicht zum Passivrauchen gezwungen wird. Denn Passivrauchen tötet Unschuldige, kostet viel Geld und tritt die persönliche Freiheit mit Füssen.»

Jürg Hurter
Präsident des Stiftungsrates
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