pro aere








Haftung
 
 

Powered by Easy-Site ®

Beizer und Hoteliers: Für dumm verkauft

Forumsbeitrag von Jürg Hurter in der «hotel+tourismus revue» 21.10.2004

Quelle: www.htr.ch

Wirte und Hoteliers werden für dumm verkauft. «Hütet euch vor rauchfreien Essräumen», will man ihnen weis machen, «denn die sind euer Untergang!»

Wer nicht blind alles glaubt, überlegt sich: Es gibt nur ein Viertel Raucher. Diese sind weniger kaufkräftig. Man kann auch in Zukunft ein «Fumoir» anbieten. Jede seriöse Erhebung zeigt die grosse Nachfrage nach rauchfreien Essräumen. Praktische Erfahrungen haben gezeigt, dass rauchfrei erfolgreich ist. Verbindliche Regeln garantieren gleich lange Spiesse für alle.

Man wundert sich: Wer ist daran interessiert, hart arbeitenden Wirten und Hoteliers den Erfolg zu verbauen?

Die Tabakindustrie selbst hält sich im Hintergrund. Sie setzt neuerdings ihre Zudiener ein. GastroSuisse etwa agitiert seit Jahren verbissen gegen eine verbindliche Regelung für rauchfreie Räume in der Gastronomie – wohl gegen besseres Wissen, denn die oben aufgeführten Erkenntnisse werden auch ihren Verbandsoberen bekannt sein.

Auf den ersten Blick begreift man nicht, weshalb ein Gastronomieverband dagegen ist, dass ein Gastroproblem gescheit und fair gelöst wird. Auf den zweiten Blick entdeckt man den Grund. Die Zigarettenindustrie bemüht sich verzweifelt, das Verbrennen von Tabak nicht als Zumutung für Dritte und die Umgebung, sondern als etwas «Normales» erscheinen zu lassen. Diesen falschen Eindruck schafft sie am besten in Wirtsstuben und Speisesälen. Also missbraucht sie für ihre Interessen Hotels und Restaurants. GastroSuisse hilft dabei und leiht ihren Namen für eine «Kampagne», die keinem Wirt und keinem Gast etwas nützt – sondern nur den Zigarettenmultis.

Im Tessin haben Hotelierverband und GastroTicino genug von dieser Augenwischerei. Sie haben erkannt, dass rauchfrei gewinnt. Sie wollen rauchfreie Häuser: Nun kommt eine durchdachte Lösung vors Parlament, die die rauchfreie Gastronomie verlangt – wenn’s sein muss mit «Fumoir».

Es ist Zeit, dass sich Wirte und Hoteliers nicht mehr von Tabakindustrie & Cie. für dumm verkaufen lassen. Rauchfreie Gastrobetriebe ziehen mehr gute Gäste an, und für alle verbindliche Regeln schaffen gleich lange Spiesse! Also los!

Jürg Hurter, Präsident der Stiftung pro aere

zurück